Remarketing / Retargeting
Remarketing und Retargeting sprechen gezielt Nutzer an, die bereits Interesse an Ihrem Angebot gezeigt haben - für höhere Conversion-Raten.
Was ist Remarketing / Retargeting?
Remarketing und Retargeting bezeichnen Werbestrategien, mit denen gezielt Nutzer erneut angesprochen werden, die bereits mit einem Unternehmen in Kontakt waren, etwa weil sie eine Webseite besucht, ein Produkt angesehen oder den Warenkorb verlassen haben, ohne zu kaufen. Statt Werbung breit an ein unbekanntes Publikum auszuspielen, richtet sie sich hier gezielt an Personen, die bereits Interesse gezeigt haben.
Der Grundgedanke: Die wenigsten Nutzer kaufen oder konvertieren beim ersten Besuch. Remarketing holt diese Interessenten zurück und erinnert sie an das Angebot, oft genau in dem Moment, in dem die Kaufentscheidung noch offen ist.
Gibt es einen Unterschied zwischen Remarketing und Retargeting?
Die beiden Begriffe werden in der Praxis meist synonym verwendet und meinen im Kern dasselbe. Wenn überhaupt eine Unterscheidung getroffen wird, dann diese:
- Retargeting: Bezieht sich klassischerweise auf das erneute Ausspielen von Anzeigen auf Basis des Surfverhaltens, meist über Cookies oder Tracking-Pixel.
- Remarketing: Wird oft etwas breiter verstanden und schließt auch die erneute Ansprache über vorhandene Kontaktdaten ein, etwa per E-Mail an bestehende Kunden.
Da der Übergang fließend ist und Google den Begriff "Remarketing" für seine Werbeprodukte nutzt, kann man beide Begriffe im Alltag bedenkenlos gleichsetzen.
Wie funktioniert Remarketing technisch?
Die Grundlage bildet meist ein kleines Code-Schnipsel, das auf der Webseite eingebunden wird, etwa ein Tracking-Pixel oder ein Remarketing-Tag. Besucht ein Nutzer die Seite, wird er (nach Einwilligung) markiert und einer Zielgruppenliste zugeordnet. Verlässt er die Seite, kann ihm anschließend auf anderen Webseiten, in sozialen Netzwerken oder in den Suchergebnissen passende Werbung angezeigt werden.
Ein klassisches Beispiel: Jemand sieht sich ein Paar Schuhe in einem Online-Shop an, kauft aber nicht. Kurz darauf erscheinen ihm auf anderen Webseiten Anzeigen genau für diese Schuhe. Genau das ist Retargeting in Aktion.
Welche Formen gibt es?
- Standard-Remarketing: Anzeigen werden früheren Besuchern auf anderen Webseiten und in Apps gezeigt.
- Dynamisches Remarketing: Den Nutzern werden genau die Produkte angezeigt, die sie zuvor angesehen haben. Besonders wirkungsvoll im E-Commerce.
- Remarketing-Listen für Suchanzeigen (RLSA): Frühere Besucher sehen angepasste Anzeigen, wenn sie erneut bei Google suchen.
- E-Mail-Remarketing: Erneute Ansprache über vorhandene Kontaktdaten, etwa eine Erinnerungsmail bei einem abgebrochenen Warenkorb.
- Social-Media-Remarketing: Wiederansprache über Plattformen wie Meta, oft auf Basis hochgeladener Kundenlisten oder des Pixel-Trackings.
Warum ist Remarketing so wirkungsvoll?
- Gezielte Ansprache: Die Werbung erreicht Menschen, die bereits Interesse gezeigt haben, was die Abschlusswahrscheinlichkeit deutlich erhöht.
- Bessere Conversion Rate: Warme Kontakte konvertieren in der Regel besser als völlig neue Zielgruppen.
- Markenpräsenz: Wiederholte Sichtbarkeit hält eine Marke im Gedächtnis und stärkt das Vertrauen.
- Effizienter Mitteleinsatz: Das Budget fließt gezielt zu Nutzern mit erkennbarem Interesse, statt breit zu streuen.
Datenschutz: Was in Deutschland und der EU zu beachten ist
Da Remarketing auf dem Nachverfolgen von Nutzerverhalten beruht, ist es datenschutzrechtlich besonders sensibel. Für Webseitenbetreiber gilt:
- Einwilligung erforderlich: Remarketing-Tags und Tracking-Pixel dürfen erst nach aktiver Zustimmung über ein Cookie-Consent-Banner geladen werden.
- Transparenz: In der Datenschutzerklärung muss offengelegt werden, dass und wie Remarketing eingesetzt wird.
- Folgen des Cookie-Wegfalls: Da Browser Drittanbieter-Cookies zunehmend einschränken, gewinnen alternative Methoden wie das Remarketing über eigene Kundenlisten (First-Party-Daten) an Bedeutung.
Worauf man achten sollte
Remarketing kann auch negativ wirken, wenn es übertrieben wird. Werden Nutzern dieselben Anzeigen zu oft gezeigt, kann das als aufdringlich empfunden werden und der Marke schaden. Sinnvoll sind daher eine Begrenzung der Anzeigenhäufigkeit (Frequency Capping) und der Ausschluss von Nutzern, die bereits gekauft haben, um kein Budget an bereits gewonnene Kunden zu verschwenden.
Fazit
Remarketing und Retargeting sind wirkungsvolle Strategien, um interessierte Nutzer gezielt erneut anzusprechen und zum Abschluss zu führen. Sie setzen genau dort an, wo die meisten Conversions verloren gehen: bei Menschen, die bereits Interesse hatten, aber noch nicht gekauft haben. Da die Methode auf Tracking beruht, ist die datenschutzkonforme Umsetzung in Deutschland und der EU besonders wichtig. Richtig dosiert und sauber eingewilligt, gehört Remarketing zu den effizientesten Werkzeugen im Performance Marketing.