Bing

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Bing ist Microsofts Suchmaschine und nach Google die zweitgrößte im Westen - mit wachsender Bedeutung für KI-Suche wie Copilot.

Was ist Bing?

Bing ist die Suchmaschine des Software-Konzerns Microsoft und nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der westlichen Welt. Sie ist tief in das Microsoft-Ökosystem eingebunden, etwa in das Betriebssystem Windows, den Browser Edge und den KI-Assistenten Copilot. Während Bing lange als wenig beachtete Standard-Suchmaschine auf Windows-Geräten galt, hat die Integration von KI-Funktionen in den letzten Jahren neuen Schwung gebracht und Bing für die Suchmaschinenoptimierung deutlich interessanter gemacht.

Ein entscheidender Punkt vorweg: Bing ist weit mehr als nur Bing.com. Derselbe Suchindex versorgt auch andere Dienste, darunter Yahoo!, die Suchmaschine DuckDuckGo, das umweltorientierte Ecosia und, besonders wichtig, die KI-Suche von Microsoft Copilot sowie in Teilen ChatGPT. Wer für Bing optimiert, erreicht damit eine ganze Reihe weiterer Plattformen auf einmal.

Wie groß ist Bing?

Der weltweite Marktanteil von Bing liegt je nach Quelle bei rund 4 bis 5 Prozent und damit weit hinter Google. Dieser Wert allein greift jedoch zu kurz, aus mehreren Gründen:

  • Stärker auf dem Desktop: Im US-Desktop-Markt erreicht Bing deutlich höhere Anteile, teils im zweistelligen Prozentbereich.
  • Reichweite über andere Dienste: Da der Bing-Index auch Yahoo!, DuckDuckGo, Ecosia und KI-Dienste speist, ist die tatsächliche Reichweite größer als die reine Bing.com-Zahl vermuten lässt.
  • Attraktive Zielgruppe: Bing-Nutzer gelten tendenziell als etwas älter und kaufkräftiger, was Bing besonders für bestimmte Branchen interessant macht.
  • Geringerer Wettbewerb: Da sich fast alle auf Google konzentrieren, ist die Konkurrenz um gute Positionen bei Bing oft deutlich kleiner.

Bing, Copilot und die KI-Suche

Die strategisch wichtigste Entwicklung ist die enge Verbindung von Bing mit der KI-Suche. Microsofts KI-Assistent Copilot greift auf den Bing-Index zurück, und auch die Websuche von ChatGPT nutzt Bing zur Beschaffung aktueller Webergebnisse. Daraus ergibt sich ein neuer, wichtiger Zusammenhang: Inhalte, die bei Bing gut abschneiden, haben dadurch einen zusätzlichen Weg, in KI-generierten Antworten als Quelle zitiert zu werden. Bing wird damit zu einem zentralen Baustein der Generative Engine Optimization (GEO). Microsoft hat darauf reagiert und in den Bing Webmaster Tools eigene Berichte eingeführt, die zeigen, wie Inhalte in Copilot und KI-Zusammenfassungen auftauchen.

Die Bing Webmaster Tools aus SEO-Sicht

Das wichtigste kostenlose Werkzeug für die Optimierung auf Bing sind die Bing Webmaster Tools, das Gegenstück zur Google Search Console. Jeder Webseitenbetreiber, der über Google hinaus Reichweite möchte, sollte seine Webseite dort anmelden. Die wichtigsten Funktionen:

  • Indexierung sicherstellen: Man kann prüfen, ob Bing die eigene Webseite korrekt crawlen und indexieren kann, und eine XML-Sitemap einreichen, damit alle Seiten gefunden werden.
  • Einfacher Import aus der Search Console: Wer seine Seite bereits in der Google Search Console verifiziert hat, kann die Daten mit wenigen Klicks in die Bing Webmaster Tools übernehmen. Das macht den Einstieg sehr einfach.
  • Leistungsdaten einsehen: Berichte zeigen, über welche Suchanfragen Nutzer auf die Seite kommen und wie die Seite bei Bing rankt.
  • Technische Prüfungen: Hinweise zu Crawling-Problemen und zur mobilen Darstellung helfen, technische Fehler zu beheben.
  • Neue KI-Berichte: Aktuelle Funktionen zeigen, wie Inhalte in Copilot und den KI-Antworten zitiert werden, ein wachsendes Feld für die Sichtbarkeit.

Worin sich Bing-SEO von Google-SEO unterscheidet

Die gute Nachricht: Die Grundlagen sind weitgehend identisch. Hochwertige Inhalte, eine saubere technische Basis, gute Ladezeiten und hochwertige Backlinks zählen bei beiden Suchmaschinen. Wer für Google optimiert, hat den Großteil der Arbeit für Bing bereits erledigt. Es gibt jedoch einige bekannte Unterschiede in der Gewichtung:

  • Stärkere Keyword-Genauigkeit: Bing gewichtet exakte Übereinstimmungen, etwa des Keywords im Title-Tag und in der H1, traditionell stärker als Google.
  • Mehr Gewicht auf Social Signals: Aktive Profile in sozialen Netzwerken, besonders LinkedIn, spielen bei Bing eine größere Rolle.
  • Bewertung auf Seitenebene: Bing betrachtet Links und Relevanz oft eher auf Ebene der einzelnen Seite als auf Ebene der gesamten Domain.
  • Lokale Sichtbarkeit: Für lokale Suchen empfiehlt sich ein Eintrag bei Bing Places, dem Pendant zum Google-Unternehmensprofil.

Lohnt sich Bing-Optimierung?

Für die meisten Webseitenbetreiber bleibt Google der klare Hauptfokus. Bing zusätzlich mitzunehmen, lohnt sich aber, weil der Mehraufwand gering ist: Wer die solide für Google optimierte Seite in den Bing Webmaster Tools anmeldet, das Hauptkeyword etwas weiter vorne im Title platziert und gepflegte Social-Media-Profile unterhält, deckt Bing weitgehend mit ab. Angesichts der wachsenden Bedeutung der KI-Suche und der geringen Konkurrenz ist dieser kleine Zusatzaufwand zunehmend eine lohnende Investition.

Fazit

Bing ist Microsofts Suchmaschine und die wichtigste Alternative zu Google im westlichen Raum. Ihre eigentliche Bedeutung erschließt sich weniger über den reinen Marktanteil als über ihre Rolle als Index hinter Yahoo!, DuckDuckGo und vor allem der KI-Suche von Copilot und ChatGPT. Das zentrale Werkzeug für die Optimierung sind die kostenlosen Bing Webmaster Tools, die sich dank Import aus der Google Search Console mühelos einrichten lassen. Da die SEO-Grundlagen weitgehend mit Google übereinstimmen und der Wettbewerb bei Bing geringer ist, ist die zusätzliche Optimierung für Bing ein überschaubarer Aufwand mit wachsendem Nutzen, gerade im Zeitalter der KI-gestützten Suche.

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